20. September 2012

[Rezension] Final Cut


Erschienen am: 06.08.2012
Verlag: Bastei Lübbe
Seiten: 448 Seiten
Genre: Thriller
Kauf? Final Cut von Veit Etzold
Also ich muss hier einfach den Text vom Buchrücken nehmen, weil ich den einfach super finde:

Du hast 438 Freunde auf Facebook.
Und einen Feind

Die Freunde sind virtuell,
der Feind ist real.

Er wird dich suchen.
Er wird dich finden.
Er wird dich töten.

Du hast 438 Freunde auf Facebook.
Und keiner wird etwas merken.

Das Buch musste ich auch im Rahmen der 12-Bücher-SuB-Abbau-Challenge lesen und es stand auch wirklich ein paar Tage in meinem SuB-Regal.

"Final Cut" hat mich sehr überrascht. Normalerweise bin ich kein Fan von deutschen Thrillern, weil sie meist sehr langweilig und langgezogen sind. Doch "Final Cut" ist da ganz anders.

Das Cover allein ist schon ein Hingucker. Die "Löcher" im Buchdeckel erinnern ein wenig an Kratzer, sollen aber Zählstriche sein (6 Kratzer geht ja auch irgendwie nicht). Passend zur Geschichte. Warum, verrate ich jetzt nicht. Dafür müsst ihr das Buch lesen ;)

Mich hat dieser Wechsel der Sichtweisen zwischen Mörder, Opfer, Ermittler und TV-Produzent sehr positiv überrascht. Wobei das Hauptaugenmerk ganz klar bei den Ermittlern liegt. Besonders die Sichtweise des Mörders, die jedoch manchmal sehr heftig war, hat mich gefesselt. Und mit den Erklärungen des Profilers der Ermittler beginnt man auf einmal das Handeln zu verstehen. Nicht das ich den Massenmörder deswegen sympathisch finde. Aber man versteht, warum er so verdreht denkt. Mitleid habe ich trotzdem nicht mit ihm.

Dieser Wechsel der Sichtweisen und das eingehen auf die Psyche des Mörders, haben mich sehr an die Schreibweise von "John Katzenbach" erinnert. Ich bin ja ein großer Katzenbach-Fan und daher hat auch Veit Etzold damit genau meinen Nerv getroffen.

Mir ist jedoch aufgefallen, dass mir in "Final Cut" irgendwie eine Hauptperson gefehlt hat, mit der man sich identifizieren kann. Die Ermittlerin "    " sollte vielleicht die Rolle übernehmen, aber dafür fand ich sie zu blass. Außerdem kamen in dem Buch kaum private Gedanken vor. Gerade dadurch kommt man einem Protagonisten ein wenig näher.

Einige Stellen sind in "Final Cut" sehr grenzwertig und einfach zu genau beschrieben, also ich würde fast eklig sagen. Ich habe ja schon ein paar Mal geschrieben, dass ich ein zart beseiteter Mensch bin. Manchmal musste ich das Buch einfach kurz weglegen und an irgendetwas anderes denken.

Meiner Meinung nach, hätte man noch mehr auf die Gefahr von sozialen Plattformen eingehen können, aber das ist natürlich Geschmackssache.

"Final Cut" war mein erstes Buch von Veit Etzold und sicherlich nicht das Letzte.

"Extreme sind offenbar männlicher Natur. Der Grund, weshalb es keinen weiblichen Michelangelo und keinen weiblichen Mozart gibt, ist der, dass es auch keinen weiblichen Jack the Ripper gibt."
Thrillerfans kommen bei "Final Cut" auf ihre Kosten. Das Buch ist spannend und geht in die Psyche des Massenmörders. Langeweile? Fehlanzeige!

4 von 5


Kommentare:

  1. Uhhhh
    jetzt freu ich mich richtig drauf, wenn ich es lesen kann. *es noch auf meinem SuB hab*

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  2. Klingt gruslig, also eher nichts für mich. Aber die vielen Facebook-/Internet-Stalker-Geschichten, die es in letzter Zeit so gibt, gehen mir sowieso etwas auf die Nerven. Da kommt sooo oft der moralische Zeigefinger...

    LG, Julia

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  3. Ich freu mich, dass dir das Buch gefallen hat! :)

    Liebe Grüße

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