19. April 2013

[Rezension] Sebastian Deisler: Zurück ins Leben

Titel: Sebastian Deisler - Zurück ins Leben
Autor: Michael Rosentritt
Verlag: Knaur
Genre: Biografie
Seiten: 256
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Er war ganz oben und landete zum Schluss ganz unten: Sebastian Deisler galt als das Jahrhundert-Talent des deutschen Fußballs. Mit 21 war er der Spielmacher der deutschen Nationalmannschaft, vom FC Bayern wurde er für eine Rekordsumme eingekauft.

Doch dann beendete er ganz überraschend seine sportliche Karriere mit nur 27 Jahren. Der Grund: Er leidet an Depressionen und war dem Druck der Öffentlichkeit nicht mehr gewachsen. »Man muss härter sein als ich«, sagt Sebastian Deisler heute.

Wie er noch immer darum kämpft, in ein normales Leben zurückzufinden, davon erzählt er in diesem Buch, das nicht nur in der Sportwelt für große Aufregung sorgte.
 
Die Karriere von Sebastian Deisler haben wahrscheinlich viele Fußballfans am Rande verfolgt. Sebastian Deisler ist an dem Druck des Fußballgeschäft zerbrochen und musste sich mehrmals in Behandlung auf Grund seiner Depressionen begeben.

Mit diesem Buch bekommt man wirklich einen sehr guten Eindruck von dem Menschen Sebastian Deisler und nicht von dem Fußballer. Auch wenn Sebastian Deisler das Buch nicht selber geschrieben hat, merkt man, dass Michael Rosentritt die Biografie in enger Zusammenarbeit mit Deisler geschrieben hat.

Sehr gut hat mir der Wechsel zwischen dem Damals und dem Jetzt gefallen. Chronologisch wird der Lebenslauf von Sebastian Deisler abgearbeitet. Zwischendurch sind dann wieder die Treffen von Sebastian Deisler und Michael Rosentritt im Mittelpunkt. So erfährt man dann was Sebastian Deisler nach Beendigung seiner Karriere von dem Karriereverlauf hält. Wo wurden, seiner Meinung nach, Fehler gemacht. Womit kam er nicht zurecht.

Michael Rosentritt beschreibt die Gestiken und Mimiken von Sebastian Deisler während der Interviews sehr gut. Man merkt einfach, dass es ihm noch nicht wieder richtig gut geht. Es scheint ihm schwer zu fallen über Fußball zu reden. Doch manchmal habe ich den Eindruck bekommen, dass Sebastian Deisler ein wenig verbittert ist.

Es wird zwar mehrmals betont, dass dieses Buch keine Abrechnung sein soll, aber ab und zu bekam ich doch das Gefühl, dass es darauf hinausläuft. Gerade Dieter Hoeneß sammelt nicht gerade Sympathiepunkte. Und auch einige ehemaligen Spieler des FC Bayern werden nicht gerade lobenswert erwähnt.

Aufgelockert wird die Geschichte übrigens mit vielen Fotos aus seiner Karriere. Die meisten sind aber bekannt.

Abschließend bleibt noch zu sagen, dass man sich als Leser dieses Buches schon mit dem Fußball und seinen (ehemalige) Größen auskennen sollte. Andernfalls könnte das Buch etwas zu langweilig werden.

Mit der gut recherchierten Biografie von Sebastian Deisler lernt man einen empfindlichen, sensiblen Menschen kennen, dem das Fußballgeschäft nicht gut getan hat. Die Krankheit "Depressionen" wird dem Leser sehr gut näher gebracht, ohne das es zu fachspezifisch ist.
5 von 5

1 Kommentar:

  1. Ich kann mir vorstellen, dass das Buch schon so eine Art Abrechnung ist...ich denke aber auch, dass das gar nicht so verkehrt ist.
    Depressionen werden leider nach wie vor nicht als vollwertige Krankheit gesehen und auch oft nicht ernstgenommen. Menschen mit Depressionen werden als schwach abgetan und leiden dabei unter einer sehr schweren und schwierigen Erkrankung.

    Auf jeden Fall interessiert mich das Buch! Danke für die Vorstellung! :)

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