28. Juni 2013

[Rezension] Dustlands 1: Die Entführung



Titel: Dustlands 1 - Die Entführung
Autor: Moira Young
Verlag: Fischer
Genre: Dystopie
Seiten: 449

Einband: Hardcover
Preis:16,99
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Die 18-jährige Saba lebt sehr abgeschieden mit ihrem Vater, ihrem Zwillingsbruder Lugh und ihrer kleinen Schwester Emmi in einer extrem kargen Einöde am Silverlake bis eines Tages vier bewaffnete Reiter auftauchen, um den Bruder zu entführen.

Saba schwört, Lugh zu finden und zu befreien. Dazu muss sie ihr Zuhause verlassen, eine Wüste durchqueren und viele Gefahren überstehen. Sie wird gefangen genommen und verwundet.

Auf ihrem abenteuerlichen Weg lernt sie die Welt jenseits des Silverlake kennen: Ein wüstes Land, in dem es keine Zivilisation mehr gibt, keine Bücher mehr, keine normalen Verkehrsmittel. Es wird von einem verrückten König und seinen Soldaten beherrscht, die die Bevölkerung mit einer Droge in Schach halten.

In Hopetown muss Saba in der Arena kämpfen, aber sie trifft dort auch auf einen Mann, der sie liebt, und eine Truppe von Rebellinnen, die sie unterstützen. Doch kann sie ihnen wirklich trauen?

Der erste Teil von "Dustlands" hat mich wirklich überrascht. Nachdem ich nicht so der Dystopienfan bin, hatte ich keine hohen Erwartungen an diesem Buch. Zumal man so unterschiedliche Meinungen darüber liest.
Doch "Dustlands" hat bewiesen, dass eine Dystopie, die nichts mit Panem zu tun hat, trotzdem gut sein kann.

Auf den ersten Seiten habe ich allerdings erstmal Panik bekommen, weil der Schreibstil wirklich außergewöhnlich ist. Denn es fehlen die Anführungszeichen bei der wörtlichen Rede. Erst dachte ich, dass ich mich da nie dran gewöhnen werde, aber komischerweise ging das dann doch. Ich glaube man muss auch ein bisschen gewillt sein mit diesem Stil zurecht zukommen.

Ich habe auch schon oft gelesen, dass die Grammatik bemängelt wurde. Da muss ich sagen, dass mich die fehlenden "e"s am Ende eines Verben (z.B. sag statt sage) überhaupt nicht gestört haben. Irgendwie passte das zur Grundstimmung von dem Buch.

Nun zu den Charakteren. Saba ist ein ziemlich dickköpfiges Mädel. Am Anfang grenzte es schon ein wenig an Arroganz und bis sie mir richtig ans Herz gewachsen ist, war das Buch auch schon fast zu Ende. Wie Saba mit ihrer kleinen Schwester Emma umgeht fand ich schon echt mies. Aber das schöne ist, dass die beiden eine Entwicklung macht und auch wenn sie nicht zu Ying und Yang werden, hat diese Entwicklung auch dazu beigetragen, dass man Saba irgendwie mag.

Als Jack dann auftaucht war ich nicht gerade verliebt in ihn. Auch er hat eine kühle Art an sich, an die ich mich erst gewöhnen musste. Aber er macht keinen Hehl daraus was er für Saba empfindet und das er ihr um jeden Preis helfen will fand ich auch ganz niedlich.

Ich finde es insgesamt sehr gut, dass "Dustlands" nicht einmal kitschig wird, trotz der kleinen Liebesgeschichte. Viel mehr dreht sich die Story um Freundschaft, Familie und Vertrauen.

Die Idee eine solche Zukunft zu schaffen, wie es Moira Young gemacht hat, finde ich jetzt nicht schlecht. Allerdings wurde nicht einmal erwähnt, wie es zu der Veränderungen der Gesellschaft kam. Man könnte fast meinen, dass die Menschheit mehrere Schritte zurückgemacht hat. Ab und zu erinnert dann die Geschichte zu sehr an das antike Rom, zum Beispiel mit den Gladiatorenkämpfen. Und die ganze Zeit bleibt das "Warum?".

"Dustlands" ist eine der wenigen Dystopien, die mir ausgesprochen gut gefallen hat. Ich mochte die Charakteren, die keineswegs 08/15 sind. Kitschige Romantik sucht man im ersten Teil vergebens. Einen Punkt muss ich allerdings abziehen, weil man nichts über die Entwicklung der Gesellschaft erfährt. Das soll wohl aber im zweiten Teil der Fall sein.
4 von 5

1. Die Entführung
2. Der Herzstein



Kommentare:

  1. Nachdem ich dich so mit "Dust Lands" zugequatscht habe, musstest du es nun endlich auch mal lesen! :D
    Es freut mich, dass es dir so gut gefallen hat. Die Charaktere sind wirklich außergewöhnlich und die Idee super. Am Anfang habe ich mit den Anführungszeichen auch so gedacht, aber das und der alltägliche Schreibstil lassen einen das Buch total locker lesen.
    Ich freue mich schon soooo sehr auf den zweiten Teil und hoffe, dass er nun endlich bald rauskommt! :)

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  2. Ich stimme dir überein, an den Schreibstil muss man sich erst einmal gewöhnen, aber im Nachinein wird klar, dass er sehr gut zum Buch passt.
    Ich freue mich schon auf den zweiten Teil, der ja erst verzögert erscheint.

    Liebe Grüße
    Caro

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  3. Wow, das klingt genau nach meinem Geschmack :) Im Gegensatz zu dir bin ich ein großer Fan von Dystopien und ziemlich glücklich, dass die derzeit so gehypt (sieht geschrieben ziemlich merkwürdig aus) werden.
    So grammatikalische Fehler fallen mir fast gar nicht auf, wenn ich voll im Lesefluss bin. Das würde mich also weniger stören. Die Anführungszeichen aber... ich weiß ja nicht. Aber wenn du meinst, dass man sich daran gewöhnen kann, okay :)

    Landet auf meinem Wunschzettel :)

    Vielen Dank!
    Enni

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