28. März 2014

[Rezension] Diese verrückten 90 Minuten



Titel: Diese verrückten 90 Minuten - Das Fuss-Ball-Buch
Autor: Wolff-Christoph Fuss
Verlag: C. Bertelsmann
Genre: Biografie
Seiten: 288

Einband: Hardcover
Preis: 19,99 €
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Ich danke dem C. Bertelsmann Verlag für das Rezensionsexemplar!

»Hasta la vista, Bayern finalista!« Spontane, unvergessliche Sprüche wie dieser sind das Markenzeichen des Fußballreporters Wolff-Christoph Fuss.

Im Jahr der Fußball-WM 2014 erzählt er aus der verrückten Realität seines Traumberufs und einer häufig überdrehten Branche. Er erinnert sich an peinliche Patzer bei seinen ersten Spielkommentaren, an emotionale Augenblicke wie beim »Spiel für die Ewigkeit« zwischen Inter Mailand und Schalke 04 oder an Vorgänge hinter den Kulissen, etwa als der größte Tag in der Karriere des Jupp Heynckes auch zum Tag seiner größten Niederlage wurde. Doch im Zentrum stehen die 90 Minuten, die – unberechenbar, berauschend, ernüchternd – Millionen Menschen bewegen.

Dieses besondere Fuss-Ball-Buch ist Erinnerung, Reisebericht, Autobiografie und Tagebuch in einem. Es erzählt von Spielen und Menschen, von Moderationen und Notlagen, von Pannen und Glücksmomenten.

Bisher hielt ich Wolff-Christoph Fuss nicht gerade für den sympathischsten Fußballkommentator Deutschlands. Warum ich das Buch dann trotzdem lese? Ganz einfach: Ich liebe Fußball und interessiere mich nicht nur für die Dinge, die auf dem Platz passieren. Außerdem war ich gespannt, ob sich das Bild eines parteiischen, etwas selbstverliebten Kommentators bewahrheitet.

Super finde ich, dass Wolff-Christoph Fuss in so manchen Situationen auch das Fußballgeschäft kritisch hinterfragt. Es werden immer wieder Beispiele aufgezeigt, wo man sich als Leser UND Fußballfan fragt: Was soll das? Es ist doch NUR Sport. Die Verantwortlichen scheinen das ja manchmal wirklich zu vergessen. Gut, dass auch Wolff-Christoph Fuss das manchmal kritisch hinterfragt.

In "Diese verrückten 90 Minuten" macht man eine kleine Zeitreise in das Fußballgeschäft der letzten 20 Jahren. Man wird wieder an Situationen in der Bundesliga erinnert, die man schon fast vergessen hat, wenn man nicht unbedingt Fan von ausgerechnet diesem Verein war. Wolff-Christoph Fuss zeigt sich dabei sehr neutral und unparteiisch, was ich sehr überraschend, aber als angenehm empfand.

Die nationalen Berichte waren zwar nett, aber richtig unterhaltsam wurde es erst, wenn der Ball auf internationalen Plätzen rollte. Man merkt beim Lesen einfach, dass diese Reisen für Wolff-Christoph Fuss ein Erlebnis sind und er genießt jede Minute. Mit Begeisterung schreibt er da von der Mentalität der Fans und irgendwann hat man das Gefühl, als ob man selber schon dagewesen wäre.

Gestört haben mich die Statistiken der Fußballspiele, die mitten in den Kapiteln auftauchen und für mich eigentlich uninteressant waren. Für den Moment hätte der Ausgang des Spiels komplett gereicht. Torschützen, Aufstellung, Aus- und Einwechslungen, gelbe, gelb/rote und rote Karten sind dann doch einfach zu viel für eine Biografie.

Diese Biografie eignet sich nicht nur zum Selberlesen, man kann sie auch jedem Fußballbegeisterten schenken. Der Vorteil dabei ist, dass man keine Rücksicht nehmen muss, von welchem Verein diese Person Fan ist. Fast jeder Verein wird einmal in dem Buch erwähnt.

Das Buch hat mein vorher eher negatives Bild von Wolff-Christoph Fuss sehr ins positive verändert und noch dazu habe ich ein paar interessante Hintergrundinformationen über die Aufgaben eines Kommentators bekommen. Gerade wenn es um die internationalen Fußballspiele geht, spürt man, mit was für eine Leidenschaft Wolff-Christoph Fuss dabei ist.

4 von 5

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