18. Mai 2014

[Rezension] Und in mir der unbesiegbare Sommer




Titel: Und in mir der unbesiegbare Sommer
Autor: Ruta Sepetys
Verlag: Carlsen
Genre: Belletristik
Seiten: 304

Einband: Hardcover
Preis: 16,90€
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Litauen, Sommer 1941: Die fünfzehnjährige Lina trägt noch ihr Nachthemd, als man sie, ihre Mutter und ihren jüngeren Bruder Jonas abholt. Sie weiß noch nicht, dass die sowjetische Geheimpolizei auch ihren Vater an der Universität verhaftet hat. Und auch nicht, dass sie - wie zehntausende andere Balten - nach Sibieren deportiert wird.

Von einem Tag auf den anderen ist Lina konfrontiert mit unvorstellbarem menschlichem Leid, mit Hunger, Krankheiten und furchtbarer Gewalt. Doch Lina fängt an zu zeichnen, in den Staub, auf jedes kleinste Stück Papier, das sie finden kann. Und sie verliebt sich in Andrius. Lina kämpft um ihr Leben und um das ihrer Familie.

Doch wird sie stark genug sein?

Über die Deportation von den Balten habe ich bisher noch nie gehört. Aus dem Nachwort der Autorin konnte man dann aber auch rauslesen, dass ich da nicht die Einzige bin.

Ich mag ja solche Bücher eigentlich nicht, aber nur aus dem Grund weil ich ein kleines Sensibelchen bin. Wenn ich dann von dem ganzen Leid lese und mir vorstelle, dass das zehntausende von Menschen so oder so ähnlich erlebt haben, werde ich bedrückt und traurig. Aber vermutlich sind diese Bücher gerade deswegen so wichtig.

Die Hauptfigur ist ein ganz normales Mädchen. Ich finde es gut, dass Lina nicht außergewöhnlich mutig oder selbstbewusst ist. Sie steht alle schlimmen Ereignisse durch, ohne etwas besonderes zu tun. Sie bleibt sich treu und vor allem hilft ihr das Zeichnen. Ich hätte nicht gedacht, dass man Zeichnungen so beschreiben kann, dass ich sie direkt vor Augen habe, aber Ruta Sepetys hat es geschafft.

In dem Buch tauchen aber auch noch viele andere Protagonisten auf. Nicht jeden muss man mögen, aber der ein oder andere macht eine spannende Wandlung durch. Ich finde es sehr authentisch, dass nicht alle als Kämpfer dargestellt werden. Solche Ereignisse können gar nicht spurlos an Menschen vorbeigehen.

Die Geschichte an sich ist stellenweise ziemlich brutal und schonungslos, aber es ist das was passiert ist und das schön zureden wäre unsinnig.

Wunderschön fand ich dann den Epilog. Er sagt mit wenigen Sätzen so viel über Lina, was der Leser noch unbedingt wissen will. Ich empfehle aber auch die Nachbemerkung der Autorin zu lesen. Dort wird noch vieles erklärt und ich finde es inzwischen sehr schade, dass mir dieser Teil der Weltgeschichte bisher nicht bekannt war.

"Und in mir der unbesiegbare Sommer" ist ein wahnsinnig bewegendes Buch, das mich mehr als einmal zu Tränen gerührt hat. Dieses etwas unscheinbare Buch kann man leicht übersehen, sollte man aber nicht.

5 von 5

Kommentare:

  1. Das hört sich nach einem richtig schönem Buch an :)
    Hüpft direkt auf meine Wunschliste! Danke für die tolle Rezension ♥
    Liebe Grüße,
    Jasi

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  2. Wow, schon die Kurzbeschreibung hört sich sehr emotional an. Solche Bücher lassen mich nie kalt … Ich sage nur "Der Junge im gestreiften Pyjama" und "Die Bücherdiebin".
    Du hast recht, man kann bei so einem Thema nichts schönreden, daher trifft es einen umso mehr.

    Schöne Rezension :)

    Liebe Grüße

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  3. Oh Junge, das Buch wollte ich schon immer mal lesen - Das Cover, der Titel, das Thema...
    Und nach deiner Rezension erst recht! ;-)

    Liebe Grüße
    Souci

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